Kategorie: Allgemein

White Guilt Awards 2017. Ein Knarzistischer Gedanke zu den Academy Awards 2017.
Als grundlegendes Fazit der Veranstaltung lässt sich erneut zusammenfassend sagen: Die Regel „Always Bet on Black“ hätte sich jeder Teilnehmer eines Oscar-Tippspiels zu Herzen nehmen sollen.
Moonlight gewinnt hierbei gleich das kreative Doppel: Auszeichnungen für den besten Film und das beste Drehbuch. Kein Wunder. Ein homosexueller Afroamerikaner der mit dem Drogenmilieu konfrontiert wird? Endlich traut sich mal jemand, aus einer frischen Idee neue kreative Konzepte zu entwickeln, die sich rein gar nicht an bereits bekannten und bewährten Konzepten entlang hangeln. Tatsächlich inspiriert uns dieser kreative Welterfolg zu unserem eigenen Versuch, unseren Hut ins Oscar-Rennen zu werfen. Coming soon: „12 Years of Moonlight Friends“, die Geschichte eines behinderten Schwarzen der so lange Drogen nimmt bis er schwul wird. Gespielt von Daniel Day Lewis. Wir warten dann mal nackt auf der Couch, bis es Awards regnet.
Gerade die Ausnahmen von der Regel machen die Oscarergebnisse 2017 aber erst besonders interessant. Während die Schauspiel-Oscars der vergangenen Jahre zuverlässig an den schicksalgebeuteltsten Charakter gingen (Stichwort: Schwul, schwarz, behindert, drogenabhängig oder Daniel Day Lewis) scheint sich seit letztem Jahr ein Gegentrend bemerkbar zu machen. Erst letztes Jahr wurde Leonardo DiCaprio für seine Rolle in „Wild Wild West – The Jackass Chronicles“ belohnt. Und gleich im Folgejahr bekommt Casey Affleck den Oscar für seine Rolle als „Sad white guy“ in „Valium – The Movie“.
Emma Stone ist dagegen das beste Beispiel dafür, dass sich Beharrlichkeit letzten Endes doch auszahlt. Endlich wurde ihre Darstellung als „edgy talented white girl“ gebührend belohnt. Auf diese Auszeichnung warten wir im Grunde bereits sei „Easy A“.
Wenigstens halten sich da die Supporting Actors noch an altbewährte Systeme. Ein schwarzer Drogenhändler mit Herz und ein schwarzes Mathegenie und Diskriminierungsopfer innerhalb der NASA. Man will ja auch nicht zu sehr überrascht werden.
Bester Song, Beste Filmmusik, beste Kamera und beste Regie gab es unterdessen auch noch für „La La Land“. Dass für Mel Gibson garantiert niemand seine Stimme für die beste Regie gibt ist klar. Schließlich will man nicht das Risiko eingehen, einen betrunkenen Rassisten am Rednerpult zu haben. Die beste Kamera für „La La Land“ ist aufgrund mangelnder Upskirt-Shots seitens Emma Stone dafür umso verwunderlicher.
Einen kleinen Wermutstropfen erreichte Mel Gibson dann doch noch in Form des Oscars für den besten Schnitt und den besten Ton. Letzteren konnte „Hacksaw Ridge“ noch direkt „La La Land“ unter der Nase wegschnappen. Vermutlich hatte der durchschnittliche Academy-Voter an dieser Stelle des Wahlzettels festgestellt, dass er bereits bei allen anderen Audio-basierten Kategorien für „La La Land“ gestimmt hatte und wollte etwas Würze ins Rennen bringen.
Die besten visuellen Effekte und den besten Animationsfilm holt sich dann noch Disney mit „Jungle Book“ und „Zootopia“. (Anmerkung der Redaktion: Dieser Satz wäre bei der Anzahl der Disney-Nominierungen genau so auch in 80% der anderen Fälle verwendbar gewesen) Kurz gefasst: Always Bet on Racism.
Zu guter Letzt dann noch das heimliche Highlight der Veranstaltung… Und damit meinen wir ausnahmenmsweise nicht Emma Stones Schluchz-Interview während dem sie den Tränen nahe Schadensbegrenzung betreiben musste, nachdem „La La Land“ aufgrund exzessiver Senilität für zwei Minuten den Preis für den besten Film in Händen hielt, bevor Moonlight ihn dann doch noch klauen konnte. (ha) NEIN. Wir sprechen in diesem Fall natürlich vom heimlichen Highlight der Show. Dem Academy Award für das beste Szenenbild. Der Preis, der in den letzten Jahren ohnehin schon zu einer Parodie seiner selbst wurde, zeigte auch dieses Jahr wieder, dass er sich zuverlässig die langweiligsten Kulissen als neue Heimat sucht. Denn auch dieser Preis ging an den Abendfavoriten „La La Land“. Und man kann nur spekulieren, was hinter den koksgeschwängerten Vorhängen der Academy vor sich geht.

„Hey, hast du „Passengers“ gesehen? Die haben da ´ne riesige Raumschiffkulisse nachgebaut in dem sich die Schauspieler natürlich bewegen können!“

„Ja, aber ich fands noch geiler wie für „Hail Cesar“ eine 50er-Jahre Kulisse von ´nem Sandalenfilm nachgebaut wurde, die sie IN der Kulisse eines 50er-Jahre-Filmsets gebaut haben. Also… ne Kulisse IN einer Kulisse, weil das ja so ein Meta-Film übers Filmemachen ist“

„Das ist ja schön und gut. Aber findet ihr es nicht spannender, dass für „Fantastic Beasts (…)„ quasi ein alternatives England entworfen wurde in dem es Magie und magische Wesen gibt?“

„Jaja.. alles schön und gut Leute… aber habt ihr „La La Land“ gesehen? Emma Stone hat da ´nen roten Kissenbezug!!!!!!!einself“
Was gibt es also im Großen und Ganzen noch hinzufügend zu sagen außer „Meh“

„Teleknarz – Deine monatliche Cast-Ration“ ist ein Podcast, der tagesaktuelle Themen diskutiert, kritisch referiert und dabei die politische Unkorrektheit in neuem Glanze aufleben lässt. Was wir hassen und was wir mögen wird in glorreiche Popkulturreferenzen verpackt und bildet zusammen mit dem berüchtigten “Kevin der Woche” das Fundament eines Podcasts, der gebaut ist, unter dem Banner des scheinheiligen, pädagogischen Mehrwertes die Zeitalter zu überdauern. DAS ist Teleknarz!

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